Freitag, 22. September 2017

Dienstag, 19. September 2017

Rebellion - Michael J. Sullivan

Titel: Rebellion
Autorin: Michael J. Sullivan
Originaltitel: The First Empire 1 - Age of Myth
Verlag: Knaur
ISBN: 978-3426520338
Euro: 9,99
Veröffentlichungsdatum: April 2017
Seiten: 528
Serie: The First Empire 01
Come in: Geschenk









Inhalt

Große Landflächen sind unterteilt. Das Gebiet der spitzohrigen Fhrey dürfen die Menschen nicht betreten; die einen leben in großen Steinstädten, die anderen eher ärmlich in einfachen Holzansiedlungen. Die Fhrey sind den Menschen Götter und gelten als unsterblich, sehen sich auch selbst recht gern in dieser überlegenen Rolle.
Dann wildert der junge Raithe zusammen mit seinem Vater auf Land, das als verboten gilt und muss zusehen, wie ein Fhrey diesen tötet. Ihm scheint das gleiche Schicksal zu drohen, als einer der beiden menschlichen Sklaven einschreitet und es Raithe gelingt, den Fhrey zu töten. Zusammen fliehen die beiden, doch die unglaubliche Tat lässt sich nicht verschweigen.
Die Frau des ehemaligen Stammesführers, Persephone, muss nach dem Tod ihres Mannes und nachdem keines ihrer Kinder überlebt hat, bei Freunden Unterschlupf suchen. Die intelligente Frau, die immer noch großen Respekt genießt, ist dem neuem Oberhaupt ein Dorn im Auge. Als ihr von einer Seherin großes Unheil vorhergesagt wird, an dem die Fhrey beteiligt sein sollen, versucht sie dem Stamm darauf vorzubereiten. Die beiden Neuankömmlinge, in denen Persephone schnell den Mann erkennt, der den Gott getötet hat, unterstützen ihr Unterfangen. Doch dann weiten sich die inneren Streitereien aus und die Fhrey stehen vor den Toren der Stadt.



Meinung

Nachdem ich den Autor in seiner The Riyria Revelations-Reihe zu schätzen gelernt habe, griff ich gern auch zu diesem Roman, der eine neue Reihe beginnt. Diese jedoch spielt in derselben Welt, wenn auch hunderte Jahre zuvor; es ist jedoch nicht nötig, die Riyrias zu kennen (wenn es vielleicht auch mehr Spaß macht).
Die Geschichte im "First Empire" beginnt mit Raithes Tat und seiner Flucht, verläuft danach aber größtenteils sehr ruhig. Es handelt sich nicht um einen actionreichen Roman, diese Erzählung lebt von ihren Charakteren und deren Beziehungen und Erlebnissen. Dabei liegt Sullivans Hauptaugenmerk vor allem auf weiblichen Figuren, von denen er einige starke und auch ungewöhnliche geschaffen hat. Größtenteils spielt das Geschehen in der Welt der Menschen (Rhunes), wechselt jedoch auch hin zu den Fhrey, die bedeutend weiter entwickelt sind. Sullivan hat dabei einzigartige Charaktere geschaffen, die trotz ihrer Fülle gut zu unterscheiden sind.
Persephone ist eine Frau mitten im Leben, der nur leider nichts geblieben ist. Sie verfügt über sehr viel Lebenserfahrung und ist mit ihrem verstorbenen Mann, dem ehemaligen Stammesführer, weit gereist. Zuzusehen, wie das neue Oberhaupt eine falsche Entscheidung nach der nächsten trifft, setzt ihr mehr zu, als sie es gern hätte. Sie möchte gegensteuern, aber sie ist nur eine Frau und der Neue lehnt sie ab - aus gutem Grund, wie sich herausstellen wird. Erstaunt sind alle von der neuen Seherin, die ein Stamm auch tunlichst haben sollte, denn sie ist erst vierzehn Jahre alt, verfügt aber über echte Gaben. Der Wolf, der sie begleitet, ist da nur eine seltsame Zugabe.
Michael J. Sullivan entwickelt seine Welt gemächlich, denn er weiß bereits, dass es noch mindestens fünf Nachfolgebücher geben wird. Hast wäre hier nur unangebracht. Stück für Stück eröffnet sich dem Leser das Innenleben einer Figur oder die Politik der Völker, die Glaubenswelt und die zahlreichen, teils verworrenen Beziehungen untereinander. Er zeigt, dass eine falsche Entscheidung oftmals zwanzig weitere nach sich ziehen kann. Die Andeutungen für den Fortlauf der Handlung lassen noch viel erwarten und es ist schade, dass bisher noch nicht alle Bücher in deutscher Sprache vorliegen. Ob "The First Empire" lange Pausen zwischen dem Lesen verkraftet, ist eher unwahrscheinlich. Dazu sind es zu zahlreiche Personen, die zu zahlreiche Dinge tun; hier kann schnell etwas untergehen.
"Rebellion" deutet mit seinem Titel mehr an, als letztendlich gegeben ist. Wer große Kämpfe oder Action erwartet, ist falsch beraten, zu diesem Buch zu greifen. Dieser Fantasyroman baut allmählich eine interessante, abwechslungsreiche Welt auf, die mit ansprechenden und eigenen Figuren gewürzt ist und eine mitreißende Story erzählt, die sich von Seite zu Seite zu steigern vermag.


The First Empire:
1. Age of Myth (Rebellion)
2. Age of Swords (Zeitenfeuer)
3. Age of War
4. Age of Legends
5. Age of Wonder
6. Age of Empire


Michael J. Sullivan, geboren 1961 in Detroit, begann seine ersten Geschichten mit acht Jahren zu schreiben. Er lebt heute mit seiner Frau und drei Kindern in Fairfax in der Nähe von Washington D.C. als freier Autor.
Zunächst publizierte Michael J. Sullivan seine sechsteilige Riyria-Reihe sehr erfolgreich im Eigenverlag. Nach seinem großen Publikumserfolg wurden US-Verlage auf den Autor aufmerksam. Inzwischen wurde sein Fantasy-Epos in 14 Sprachen übersetzt und hat mehr als 100 Preise gewonnen.

Samstag, 16. September 2017

Die Mächtige - Trudi Canavan

Titel: Die Mächtige
Autorin: Trudi Canavan
Originaltitel: Successor's Promise
Verlag: Penhaligon
ISBN: 978-3764531072
Euro: 19,99
Veröffentlichungsdatum: Juni 2017
Seiten: 704
Serie: Die Magie der tausend Welten 03
Come in: Vom Verlag









Inhalt

Der mächtige Valhan scheint besiegt und seine tausendjährige Herrschaft beendet. Doch seine Anhänger, allen voran seine rechte Hand Dahli, wollen sich damit nicht abfinden und setzen alles daran, ihren Herrn wiederzubeleben. Dazu müssen sie den jungen Quall finden, der als Gefäß Valhans dienen sollte und den Rielle genau davor gerettet hat. Als sie von den Plänen erfährt, versucht sie alles, um die neue Herrschaft Valhans zu verhindern. Dahli und seine Getreuen schrecken jedoch vor nichts zurück.
Währenddessen erfährt Tyen, dass man sich seiner Erfindung, dem mechanischen Insektoid, bemächtigt hat und die Technik dazu nutzt, um Waffen daraus herzustellen. Das kann und will er nicht zulassen. Und auch Pergama ist immer noch ein Buch, statt einer lebenden, atmenden Frau, die sie einst war ...


Meinung

Erneut sind fünf Jahre vergangen, in denen sich das Leben Rielles und Tyens weitergedreht hat. Canavan stößt ihre Leser auch mitten hinein ins Geschehen, so dass kaum Zeit zum atmen bleibt, will man den Anschluss nicht verlieren. Es sind neue Welten und neue Berufe, in denen sich beide eingerichtet haben, sie treffen allerdings sehr schnell aufeinander - und kommen sich näher. Das geschieht so unmittelbar und leider auch wenig nachfühlbar, dass es unglaubhaft wirkt. Wieso zu diesem Zeitpunkt und nicht schon Jahre zuvor? Was genau zieht sie einander an? Tyen zumindest erwähnt seine Schuldgefühle gegenüber seinem Freund Baluka, er lebt sie allerdings nicht.
Auch Pergama, die Jahre in einer Schachtel verbringen musste und nicht bei Tyen war, spielt kaum noch eine Rolle, ja sie wird sogar fast komplett aus der Handlung entfernt. Damit verschenkt sich die Autorin allerdings Sympathiepunkte, denn was in Buch 1 hervorragend angelegt worden ist, verläuft nun sehr unbefriedigend im Sande. Das Buch, das einst eine lebende Person gewesen ist, und enormes Wissen über Jahrhunderte angesammelt hat, ist nicht einmal mehr Mittel zum Zweck, kein Motor für die Handlungsweisen Tyens. Sie ist nur noch da und es scheint, als wäre sie nur der Form halber noch einmal aufgetaucht.
Die Figuren wechseln recht häufig zwischen den einzelnen Welten, die sich mal mehr und mal weniger voneinander unterscheiden. Es ist mitunter nicht leicht, dem Geschehen zu folgen, da nur wenige Seiten für je eine Welt reserviert wurden. Überhaupt scheint die Autorin davon sehr angetan gewesen zu sein, denn manchmal streikt daneben doch die Handlung recht arg. Allein die Inhaltszusammenfassung zu schreiben, verlangt einem alles ab, denn das wirkliche Geschehen zu entdecken, fällt nicht leicht. Knapp siebenhundert Seiten hätten sehr leicht auf dreihundert gekürzt werden können - und vermutlich auch sollen. Es dreht sich sehr oft im Kreis, werden Dinge unnötig ausgewälzt, gerne auch mal in Dialogen, die schlicht nicht wichtig sind. Die Handlung zieht sich daher auch sehr stark in die Länge und verlangt dem Lesenden einiges an Stehvermögen ab.
Was in "Die Begabte" vielversprechend begann, hat sich ziemlich in sich selbst verloren. Es fehlt ein sichtbarer Fokus in der Handlung, es sind zu viele Einzelheiten, die untergebracht werden sollten und denen oft unverhältnismäßig viel Aufmerksamkeit geschenkt worden ist. Vermutlich war nach dem Ende von Band 1 zu urteilen, ursprünglich eine andere Handlung geplant, die dann jedoch vermutlich so nicht hat durchgesetzt werden können. Möglich wäre außerdem, dass zwischen den Büchern und ihrem Verfassen zu viel Zeit vergangen ist und die Autorin nicht mehr ganz so intensiv drin war, wie noch beim jeweiligen Buch zuvor.
Die Autorin hat auf ihrer Homepage im Juni 2017 einen vierten Band angekündigt, den sie schon geplant, aber noch nicht geschrieben hat. Inwiefern das sinnvoll ist, bleibt abzuwarten. Vielleicht könnten es neue Charaktere richten, denn immerhin besteht das Universum aus tausenden Welten, zwischen denen Magier wechseln können. "Die Mächtige" bietet ein Ende an, das offen genug für weitere Geschichten rund um Tyen und Rielle ist, dann aber bitte mit ein wenig mehr Fokus, Herzblut und mehr Intensität. So bleibt es leider nur ein Liebhaberwerk für Fans, die unbedingt alle Werke ihres Lieblingsautors gelesen haben wollen.


Die Magie der tausend Welten
1. Thief’s Magic (Die Begabte)
2. Angel of Storms (Der Wanderer)
3. Successor's Promise (Die Mächtige)


Trudi Canavan wurde 1969 im australischen Melbourne geboren. Sie arbeitete als Grafikerin und Designerin für verschiedene Verlage und begann nebenbei zu schreiben. 1999 gewann sie den Aurealis Award für die beste Fantasy-Kurzgeschichte. Ihr Erstlingswerk, der Auftakt zur Trilogie Die Gilde der Schwarzen Magier, erschien 2001 in Australien und wurde weltweit ein riesiger Erfolg. Seither stürmt sie mit jedem neuen Roman die internationalen Bestsellerlisten. Allein in Deutschland wurden bislang über 2,5 Millionen Bücher von Trudi Canavan verkauft.